Das Co-Conceptioning des Trek 900 Rucksacks

“Hast du Lust mit dem Produktchef der Trekkingrucksäcke und seinem Team eine Woche wandern zu gehen?” So oder so ähnlich lautete die Frage, die eine Reise in Gang setzen sollte, der mein Leben für die nächste Zeit etwas auf den Kopf stellte: Das Co-Conceptioning des Trek 900 Rucksacks.

Meine Antwort war sofort “JA!”, auch wenn das große Fragezeichen über meinem Kopf erst Wochen später aufgelöst werden sollte. Ich hatte bis dato noch nie etwas von einem Co-Conceptioning gehört und wusste einfach nicht, was ich mir darunter vorzustellen hatte. Wie auch!

Wie alles begann…

Es war ein ganz normaler Arbeitstag in unserem Store am Berliner Alexanderplatz, als ich zwischen Ware verräumen und Kundenberatungen den Anruf meiner Kollegin Karin erhielt. Viel mehr Informationen als oben erwähnt konnte mir auch nicht geben, außer dass das besagte Team dabei war eine internationale Truppe zusammenstellen, um mit diesen Experten wandern zu gehen. Einzige Bedingung: Die Teilnehmer müssen Trekking Erfahrung haben und ihren Lieblings-Rucksack mitbringen. Ich hielt sofort Rücksprache und durfte voller Freude zusagen.

Die Kollegen, die ebenfalls am Co-Conceptioning beteiligt waren, konnte ich bereits vorab kennenlernen. Sie kamen aus England, den Niederlanden, Spanien und aus Indien. Später kam dann das Hauptteam, bestehend aus unter anderem zwei Ingenieuren und einer Designerin dazu. Allesamt wahnsinnig tolle Menschen, die einen großen Teil dazu beigetragen haben, dass der Prozess so interessant, lustig, vielseitig und erfolgreich war! Teamwork ist eben doch alles.

Der 1. Teil des Co-Conceptioning: die französischen Alpen

Und dann ging es auch schon los und uns wurde erklärt, worum es eigentlich ging. Nämlich: Der Trekking Rucksack Symbium Access soll überarbeitet werden und noch mehr an die Bedürfnisse der User angepasst werden. Aber was genau sind eigentlich die Bedürfnisse eines Trekkers? Da kamen wir ins Spiel. Im Laufe der nächsten Woche durften wir uns einen Eindruck über die verschiedensten Rucksäcke machen. Ein 4-Tage-Trek in den französischen Alpen rund um den Mountain Store ermöglichte es uns, täglich einen anderen Rucksack auszuprobieren.

Dabei schliefen wir nachts in den Zelten, trugen und kochten unser eigenes Essen und waren ununterbrochen dem Wind und Wetter ausgesetzt. Ein richtiger Trek also. Tag 5 und damit das vorläufige Ende bestand aus der Auswertung der gesammelten Eindrücke. Jeder bekam die Möglichkeit seinen “perfekten Rucksack” zu präsentieren und die Ingenieure und Designer vor knifflige Aufgaben zu stellen. Dabei hieß es zum Beispiel “Ich möchte leichter an mein Trinken kommen.” oder “Sobald ich etwas aus meinem Rucksack nehme, muss ich den kompletten Rucksack neu packen, damit kein Chaos entsteht.” Ein reger Austausch, der teils auf Spanisch, Englisch, Französisch oder notfalls mit Händen und Füßen stattfand und nicht selten in allgemeinem Lachen endete.

Eine Woche voller Spaß ging zu Ende und doch sollte die größte Überraschung noch kommen: Dies war erst der Anfang einer Reihe von Treffen, die wir alle bis zur Fertigstellung des Produkts mit begleiten sollten! Die Ingenieure und Designer bekamen knapp 5 Monate Zeit um 5 Prototypen anzufertigen, die wir anschließend in Marokko testen würden!

Teil 2: mit dem Prototyp durch Marokko

Ein knappes halbes Jahr später fand ich mich zum ersten mal in Marokko wieder, genauer in Marrakech und begrüßte die mittlerweile bekannten Gesichter in dem Riad, das uns als Hauptquartier dienen sollte. Wir konnten es kaum erwarten die Prototypen zu sehen und wären am liebsten gleich losgelaufen. Zuerst wurden wir allerdings noch ausführlich gebrieft, was die Rucksäcke, die Route, das Land, die Leute und vor allem Ziel und Inhalt unseres Aufenthalts anging. Wir waren ja schließlich nicht zum Spaß hier, sondern um zu arbeiten! Auch wenn es sich nicht immer so angefühlt hat. Das lag wohl zum einen daran, dass jeder von uns gemerkt hat, dass man ernst genommen wird und man dadurch seine Ideen aktiv in den Prozess einbringen kann. Zum anderen teilten wir die selbe Leidenschaft. Der Austausch über Material, Wanderrouten und Erfahrungen ging auch abends beim Bier oder Minztee weiter und war zumindest für mich eine riesige Bereicherung.

Der finale Part: unsere Kunden testen mit

Der finale Teil des Prozesses war ein Trek zusammen mit Kunden. Diese sollten das fast fertige Produkt testen und validieren. Hätte sich ein Großteil gegen die Neuerungen ausgesprochen, wäre das letzte Jahr umsonst gewesen. Unsere Überzeugung bestätigte sich aber. Das neue Modell wurde von allen gelobt, auch wenn konstruktive Kritik nicht ausblieb und sehr erwünscht war.

Wie immer nahm das Team jedes Feedback auf und ließ es in neue Überlegungen miteinfließen. Damit war der aktive Teil der Co-Concepteure  geschafft und nun hieß es: warten! Ein weiteres halbes Jahr später war es dann endlich soweit. In einer gerade angelieferten Box mit Produkten erblickte ich einen Schultergurt, dessen Farbe ich nicht zuordnen konnte. Eine knappe Minute später stand ich, den Rucksack auf meinem Rücken mit Testgewichten gefüllt, da und konnte es kaum glauben. Da war er also!

Noch Monate später muss ich bei dem Anblick meines Rucksacks grinsen. Weitere Einblicke ins Co-Conceptioning gibt es für euch übrigens hier: KLICK

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