Mit dem Fahrrad durch Kroatien

14. Juni 2017  //    Kommentieren

Vor ein paar Jahren war Kroatien noch ein Insidertipp für Urlaubsreisen und an der Grenze in Italien bogen nur ein paar vereinzelte Autos auf die andere Seite der blauen Adria ab. Denn statt Sandstrand sind für die Küste hier Steine und Klippen symbolisch. Dafür erwartet die Touristen aber kristallklares Wasser. Gerade Sportfans kommen hier auf ihre Kosten.

Aktivurlaub in Kroatien: Von Wasser- bis zum Bergsport wird alles geboten

Das klare Wasser lädt zum Wassersport ein

Das klare Wasser lädt zum Wassersport ein

Die kroatische Landschaft ist sehr vielfältig und bietet daher eine perfekte Grundlage für die unterschiedlichsten Sportarten. Natürlich lädt das Meer zum Schwimmen, Klippenspringen und Segeln ein. Aber auch an Land gibt es einiges zu entdecken. Endlose Wälder, Felder voller Olivenbäume und Weinreben verlocken zu ausgiebigen Wanderungen. Und über die Täler und Berge freut sich auch jeder Biker.

Mit dem Mountainbike von Istrien bis Krk und Cres

Natürlich konnten wir es auch nicht lassen und haben uns auf unsere Drahtesel geschwungen. Da unsere Ferienwohnung im Südosten der Halbinsel Istrien lag, haben wir die Route von der kleinen Bergstadt Labin an der Küste entlang über Rijeka und die beiden größten Inseln der Adria gewählt. Für trainierte Hobbyradler ist die Strecke mit 200 km und knapp 5000 Höhenmeter im Sommer in drei Etappen unterteilt.

Typisch für Kroatien- Olivenbäumen.

Typisch für Kroatien- Olivenbäumen.

So war auch unser Plan. Doch jeder gute Plan ist dazu da, geändert zu werden, doch dazu nachher mehr…

Etappe 1: Von Labin über Plomin und Optaja nach Rijeka (70 km, 1800 Höhenmeter)

Die Räder haben wir vor Ort ausgeliehen (Istria Bike). Die Räder waren in einen sehr guten Zustand, eines war sogar nagelneu. Da Kroatien doch ein wenig „hügelig“ ist, hatten wir uns für Mountainbikes entschieden. Auch beim Radfahrer heißt es: „safety first!“. Daher waren wir auch mit Notfallausrüstung, wie einem Ersatzschlauch und Pflaster ausgerüstet. Einen guten Helm sollte man natürlich immer tragen – daher gilt auch in Kroatien zurecht Helmpflicht. Gestärkt mit ausreichend Wasser und einer ordentlichen Portion Müsli zum Frühstück starteten wir in unser Abenteuer.

Erster Aussichtspunkt- Plomin

Erster Aussichtspunkt- Plomin

Labin ist eine nette, kleine Stadt oberhalb des Touristenortes Rabac, wo viele baden gehen oder mit ihren Schiffen anlegen. Ist man erst einmal oben, geht es einige Kilometer bis zum Wasserwerk bergab. Doch Vorsicht, in dieser Phase sollte man sich unbedingt ein wenig entspannen, denn der darauf folgende Anstieg nach Plomin hat es in sich. Dafür wurden wir oben aber auch mit einer super Aussicht bis zu unserer Zielinsel Cres belohnt – das hat uns natürlich ziemlich angespornt. Voller Energie bogen wir in den wunderschönen Küstenweg ein. Dieser ist wirklich super leicht zu finden, weil man einfach nur der Bundesstraße 66 folgen muss. Bei über 30 Grad und praller Sonne freut man sich natürlich um so mehr, wenn die Klippen niedriger werden und man die Badeorte wie Moscenicka Draga, Madveja oder Optija auf dem Weg erreicht. Ein guter Nebeneffekt neben dem Meer ist dabei auch, dass die Wasserflaschen auf dem Weg überall aufgefüllt werden können. Oft warten an den Straßenrändern auch Obststände, die natürlich auch ein super Energielieferant sind. Also eine kurze Erfrischung und weiter geht’s zum nächsten Badeort bis das Etappenziel, die Hafenstadt Rijeka, erreicht ist.

Erfrischung mit der Decathlon Flasche

Erfrischung mit der Decathlon Flasche

In Rijeka haben wir in einem Hostel übernachtet. Auf hostelworld gibt es hier eine große und günstige Auswahl an coolen Locations in der ganzen Stadt.

PS: Falls ihr oder euer Rad mittlerweile irgendwelche „Wehwehchen“ hat, gibt es hier übrigens auch eine Decathlon Filiale samt Servicepoint. 😉

Etappe 2: Von Rijeka über Kraljevica rüber auf die Insel Krk (60 km, 1400 Höhenmeter)

Nach dem Berg ist vor dem Berg und so startet unsere zweite Etappe (wie sollte es auch anders sein) natürlich erstmal mit ein paar ordentlichen Höhenmetern. Aber das gute an der Etappe ist, dass sich diese größtenteils auf das erste Drittel der Strecke verteilen – sobald man die Brücke nach Kyk erreicht hat, wird es also definitiv besser. Und zugegeben ein wenig schadenfroh waren wir schon auch, als wir die 70 Meter hohe Brücke ohne Anstehen überradelten, nachdem wir die ganzen Autos beim Stau vom Anstehen überholt hatten und die Aussicht in aller Seelenruhe aufsaugen konnten. Die Überfahrt auf der Brücke ist mit dem Fahrrad übrigens kostenlos.

Die Brücke vom Festland rüber nach Krk

Die Brücke vom Festland rüber nach Krk

Auf Krk angekommen, wollten wir dann eigentlich von der Bundesstraße auf einen offiziellen Radweg wechseln, doch diese waren voller Steine und Äste, dass sie selbst für unsere taffen Mountainbikes eine Herausforderung waren. Kurzerhand folgten wir den Rennrädern vor uns und überquerten die Insel auf direktem Weg, was wirklich kein Problem war, da die Autos sehr rücksichtsvoll fuhren und auch mit Schildern auf die Radfahrer aufmerksam gemacht wurde. Ps: Bademöglichkeiten gibt es natürlich auf auf dieser Strecke, z.B. am Strand von Nijvice.

Etappe 3: Inselhopping von Krk nach Cres (50 km, 1600 Höhenmeter)

Eigentlich wollten wir nach der zweiten Etappe in der Hauptstadt von Krk übernachten um am nächsten Tag Cres zu überqueren. Aber als wir an der Gabelung nach Cres stehen, war es doch einfach zu verlockend nach rechts statt nach links abzufahren. Also haben wir uns kurzerhand umentschieden und die Fähre nach Merag genommen.

Mit der Fähre von einer zur anderen Insel

Mit der Fähre von einer zur anderen Insel

Eine Überfahrt mit der Fähre dauert 25 Minuten und kostet mit Rad circa fünf Euro, im Sommer gehen die Schiffe einmal pro Stunde. Zum Glück waren wir von unserer verrückten Idee noch höchst motiviert, denn auf Krk ist im Vergleich zu Cres Flachland – und (natürlich) wurden wir auf der zweiten Insel auch gleich mit dem höchsten Anstieg der ganzen Tour begrüßt (530 Meter). Na herzlich willkommen! 😉

Aber Cres ist nicht nur viel hügeliger als Krk, sondern auch viel naturbelassener. Während uns auf den Straßen von Krk Autos entgegen kamen, treffen wir jetzt auf Schafe und Maler.

Reisegefährten in Cres

Reisegefährten in Cres

Und auch das Panorama übertrumpft alle bisherigen Aussichtspunkte. Überragend war auch die lange Abfahrt zum Hafen runter, um von dort mit der nächsten Fähre zurück nach Istrien (Brestova) zu fahren. Eine Ewigkeit mussten wir das Pedal nicht einmal bewegen und fühlten uns wie die Könige der Insel. Der perfekte Abschied für einen perfekten Trip.

Und für uns steht fest: Das war nicht die letzte Inselüberquerung, denn gerade das Mittelmeer bietet noch einige interessante Radstrecken. Auf der ganzen Strecke gibt es übrigens sogenannte „Fahrrad-Hotels“, welche Abstellräume und einen Reparaturservice für Räder bieten. Die Karten dazu gibt es in den lokalen Touristeninformationscentern.

Doch bei der nächsten hügeligen Strecke steige ich dann definitiv auch auf ein Rennrad um – dann kann ich die Abfahrten nämlich noch mehr genießen. 🙂

Und, hat Genevieve bei euch die Lust auf einen Fahrradtripp durch Kroatien geweckt? Wenn ja, dann könnt ihr euch hier im Onlineshop perfekt dafür ausrüsten.


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