Gold in Israel – Basketballerin Lucile und ihr wahrgewordener Traum

30. September 2017  //    Kommentieren

Basketball ist eine der beliebtesten Sportarten der Welt. Auch bei uns ist der Basketball-Platz immer von vielen Kollegen in der Mittagspause besetzt, die versuchen den orangen Ball in die 3,05 m hohen Körbe zu werfen. Kein Wunder – denn der Sport unterscheidet sich in sehr vielen Dingen von anderen Ballsportarten und ist weniger körperbetont als zum Beispiel Fußball. Auch unsere Kollegin Lucile vom Team DECATHLON Chemnitz ist eine leidenschaftliche Basketballerin. Sie spielt das Ganze aber etwas professioneller als unsere Mittagspausen-Teams und hat vor Kurzem mit ihrem Team die Goldmedaille in der U20 B-EM ergattert. Obwohl das Turnier knapp war, hatten die Mädels eine super spannende Zeit. Lucile ist von ihrem Sport begeistert und erzählt uns hier, wie es zu dem Namen „Basketball“ kam und wie sie sich mit ihrem Team durchsetzen konnte.

Was Basketball mit Pfirsichkörben zu tun hat:

Basketball gehört zu den wenigen Sportarten, die regelrecht erfunden wurden. Der Kanadier James Naismith entwickelte das Ballspiel 1891 erstmals als Hallensport für die Schule und gilt als Erfinder des modernen Basketballspiels, wie wir es heute kennen. Insgesamt konzipierte Naismith nur 13 Regeln. Die dritte und wichtigste Regel war das Verbot des Laufens mit dem Ball. Das „no travelling“ ist bis heute noch eine der elementaren Regeln. Basketball war somit die Geburtsstunde eines reinen Pass- und Wurfspiels, bei dem der Ball im Stand gefangen werden sollte und so oft weitergepasst wird, bis sich ein Spieler in aussichtsreicher Wurfposition für ein „Tor“ befindet.

Der Lehrer suchte nach einem weniger kämpferischem Sport mit geringerem Verletzungsrisiko. Deshalb löste er die Tore vom Boden und verlagerte die Körbe in eine andere Ebene. Doch zunächst spielte man nicht mit Basketballkörben, wie man sie heute kennt. Dr. Naismith benötigte für die Umsetzung seines Spiels eckige Holzkästen und beauftragte den Hausmeister hierfür. Dieser fand jedoch keine und besorgte ersatzweise Pfirsichkörbe. Aufgrund dieser Gegebenheit entstand nicht der Begriff „Boxball“, sondern „Basketball“.

Die Vorbereitung

In Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Eilat hatten wir viele Trainingstage in Kienbaum bei Berlin und einige Testspiele gegen Schweden, Belgien und die Niederlande. Eliat liegt am südlichsten Zipfels Israels, direkt am Roten Meer und war für uns alle ein unbekanntes Ziel. Eigentlich hatten wir nur wenig Zeit uns auf die Meisterschaft vorzubereiten, aber trotzdem freuten wir uns natürlich alle wahnsinnig auf das Abenteuer. Mit einem guten Gefühl flogen wir von Frankfurt nach Tel Aviv. Von dort aus ging es dann weitere 5 Stunden mit einem Bus durch Israel: vorbei an Wüste, Palmen, kleinen Dörfern und Kamelen bis nach Eilat. Zusammen mit den anderen Teams aus Kroatien, Island, Griechenland und vielen weiteren,  waren wir alle in einem Hotel untergebracht.

Aufstieg ins Finale

Der Spielmodus in der B-EM bestand aus zwei Gruppen mit jeweils sechs Teams. Wie in einer Fußballmeisterschaft hat man erst einmal innerhalb der Gruppe die Plätze ausgespielt. In unserer Gruppe mussten wir gegen die Ukraine und Tschechien antreten und nach einem spielfreien Tag gegen Griechenland, die Slowakei und Island. Während wir die ersten drei Spiele knapp gewinne konnten, mussten wir leider am vierten Spieltag die erste (aber auch letzte ;-)) Niederlage gegen die Slowakei einstecken.

Der nächste Tag war dafür aber umso erfolgreicher: wir gewannen gegen Island und belegten damit hinter der Slowakei den zweiten Platz in der Gruppenphase. Die letzten zwei Spieltage wurden dann zeitgleich mit der anderen Gruppe gespielt. Für uns hieß das ein Halbfinale gegen Kroatien  – dem Gruppenersten der anderen Gruppe. Da waren wir natürlich richtig aufgeregt. Nicht nur weil wir gegen so eine starke Mannschaft spielten, sondern auch weil das Erreichen der ersten drei Plätze gleichzeitig den Aufstieg zur A-EM im nächsten Jahr bedeutete. Das kann man sich wie die erste und zweite Bundesliga im Fußball vorstellen. Das wollten wir natürlich unbedingt schaffen, besonders weil in der ersten Liga Nationen wie Frankreich, Spanien und Italien vertreten sind.

Um am letzten Spieltag nicht zittern zu müssen, musste also der Sieg gegen Kroatien her. Das Spiel lief lange ausgeglichen: erst im letzten Viertel konnten wir uns absetzen und am Ende sogar mit einer deutlichen Führung von 70:52 gewinnen 🙂
Ab ins Finale..

Finale mit einem bekannten Gegner

..und der Final-Gegner war uns gut bekannt: die Slowakei  – die Mannschaft, gegen die wir in der Gruppenphase verloren hatten. Die Slowakei hatte Weißrussland geschlagen und stand nun auch im Finale. Trotz unserer ersten Niederlage waren wir alle total motiviert und überzeugt, dass wir dieses Mal gegen die Mädels gewinnen konnten. Auch im Finale blieb es lange spannend und eng – aaaaaaber wir konnten uns am Ende durchsetzen und  damit die heiß ersehnte Goldmedaille mit nach Hause nehmen! 🙂

 

Auch Lust mal wieder ein paar Körbe zu werfen? Dann schnell mal bei uns umsehen und ab auf den Platz!

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