Über die Berge zu sich selbst – ein Interview mit unserem Bergsportexperten Oliver

6. Mai 2017  //    Kommentieren

Viele von uns lieben das Bergsteigen und das damit verbundene Gefühl von Freiheit und Urlaub. Unser Kollege Oliver aus Berlin ist nicht nur Teamleiter der Bergsportabteilung unserer Filiale am Alexanderplatz, sondern auch unser Bergsport-Experte für Decathlon Deutschland. Wie er seine Leidenschaft für die Berge, das Wandern und Trekken für sich entdeckt hat, welches sein Lieblingszelt ist und was die Berge wirklich für ihn bedeuten, verrät er euch hier. 

Was genau machst du bei Decathlon und wie war dein Werdegang?

Oliver: Ich bin seit der Eröffnung der Filiale am Alexanderplatz am 1.Juni 2015 dabei. Hier konnte ich in den letzen zwei Jahren wahnsinnig viele neue Erfahrungen sammeln. Angefangen als Teilzeit mit 20 Stunden, hat mich von Anfang an das Prinzip „voneinander lernen“ überzeugt und begeistert. Mein damaliger Teamleiter David hat mir schon sehr früh viel Verantwortung übergeben und mir dadurch ermöglicht, die Sicherheitsschulungen zu leiten und durchzuführen. Das Schulen hat mir sehr viel Spaß bereitet. Diese Leidenschaft konnte ich dann als Produktexperte mit meiner Leidenschaft fürs Wandern verbinden und an andere Decathlonianer/innen weitergeben. Bald durfte ich meinen Vollzeitvertrag unterschreiben und bin nun seit 4 Monaten Teamleiter der Trekkingabteilung. Dank einer unglaublichen Filialleitung ist es mir möglich, jeden Tag Neues dazu zu lernen und dabei das zu tun was ich liebe!
 

Welche Sportarten betreibst du selbst?

Oliver: Eigentlich bin ich wirklich für ALLES zu haben. Deshalb probiere ich gerade neue Sportarten immer gerne aus. Das Beste ist Neues zu entdecken und dabei an seine Grenzen zu kommen.

Was treibt dich beim Sport an?

Oliver: Sport ist vieles für mich: Klassischer Stressabbau, ein Moment der Ruhe, Training, Spaß – aber vor allem eine echte Lebenseinstellung! Die Qualitäten, die man beim Sport erlernt, funktionieren nicht nur für das Training sondern auch für den Alltag. Dabei kann man  gezielt an sich arbeiten, seine eigenen Grenzen erkennen, diese verschieben und das gemeinsam mit anderen.

 

Thema Bergsport: Wie hast du deine Leidenschaft dafür entdeckt?

Oliver: Ich habe mich schon immer gerne Draußen aufgehalten und durch das häufige, berufsbedingte Umziehen meiner Familie konnte ich alle 2-3 Jahre ein neues Umland erkunden. Richtige Wanderungen haben mir zwei Schulfreunde näher gebracht. Unser erster Treck (Genf nach Nizza) war dabei meine Feuertaufe. Auf knapp 600 km in 4 Wochen habe ich das Wandern lieben, hassen und alles dazwischen, gelernt.

Wandern setzt meiner Meinung nach alles wieder in Perspektive: einatmen, ausatmen – einen Fuß vor den Anderen – Das ist alles! Kein Handy, keine Termine oder Verabredungen. Kein Lärm, kein Müll, kein Stress oder Zwang. Das Ziel ist ganz einfach: nur von A nach B kommen und dabei mehr Sonne als Regen abbekommen. Das ist meine Defintion von Urlaub – nicht nur für den Körper, sondern vor allem für den Kopf. Es klingt zwar ein bisschen abgedroschen, aber es ist einfach wahr: über die Berge zu sich selbst  – eine Erfahrung die jeder mal machen sollte. 🙂

Was sind deine Aufgaben als Bergsport-Experte?

Oliver: Die Aufgaben als Bergsport-Experte sind vielfältig. Grundsätzlich ist man dafür zuständig dem Bergsport-Personal das Material und die Bekleidung näher zu bringen. Die Belegschaft soll anschließend in der Lage sein eine professionelle Beratung durchzuführen. Das passiert gerade bei Quechua getreu dem Motto: Anschauen, anfassen, ausprobieren. Die Experten werden direkt in Frankreich am Fuße des Mont-Blancs von den Produktmanagern, Ingenieuren, Designern und vielen Anderen ausgebildet. Wir versuchen dieses Erlebnis jedem Mitarbeiter weiterzugeben. Deshalb organisieren wir zwei Mal im Jahr Workshops bei denen wir mit dem Verkaufspersonal Campen gehen, eine Wanderung unternehmen und mit unserem Geschirr kochen. So kann sich jeder ein eigenes Bild von den Produkten machen und Kenntnisse über Material, Zusammensetzung, Verwendungszweck und Gebrauch erwerben. Natürlich helfen wir auch bei Neueröffnungen, schulen Mitarbeiter in den Stores, helfen bei Kundenanfragen und und und… Die Mission ist nur grob definiert und ist meiner Meinung nach das was man daraus macht! Eins ist jedoch klar: Alleine geht gar nichts! Bergsportexperte sein, heißt Teil eines Teams zu sein!

Was macht die Bergsportler-Community so besonders?

Oliver: Die Bergsport Community ist so besonders, weil die meisten Bergsportler die selben Werte teilen. Die Liebe und den Respekt für die Natur und die Tatsache, dass man sich selbst nicht zu ernst nimmt. In den Bergen schrumpfen die eigenen Probleme, Erwartungen und Bedürfnisse. Abseits der Zivilisation hört man plötzlich wieder auf die eigenen Gedanken, erlebt die Welt ohne den ganzen Müll und Lärm und wird nur durch die eigene Motivation angetrieben. Man erkennt, dass man zum glücklich sein manchmal nichts anderes braucht als trockene Kleidung, eine warme Mahlzeit und ein gemütliches Bett. Und das spiegelt sich auch im Umgang miteinander wieder. Bergsportler sind in der Regel offene, hilfsbereite Menschen die auch mal abseits der gewohnten Wege gehen und für jedes Abenteuer zu haben sind.

 

Welches Zelt ist dein All-time-Favorite? Und warum?

Oliver: Das ist eine schwierige Frage! Über die Jahre haben sich einige Zelte bei mir angesammelt und durch die Rolle des Expertens konnte ich fast jedes Quechua Zelt ausprobieren. Und klar ist: jedes Zelt hat seine eigene Funktion, zugeschnitten auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Sportler. Zum Campen mit Freunden oder meiner Freundin ist das Arpenaz  4.1 super, aber da ich auch oft mit dem Kajak unterwegs bin benutze ich auch viel das 2 Seconds Fresh and Black für 3 Personen oder das Aprenaz Fresh and Black für 3 Personen. Zum Campen kommt seit letzem Jahr nichts anderes mehr als das Fresh and Black in Frage! Beim Trekken sieht das Ganze etwas anders aus. Hier hat Quechua, meiner Meinung nach,  noch nicht das optimale Zelt entwickelt. Das ist aber alles andere als negativ. Ganz im Gegenteil – das ist es nämlich, was ich an der Arbeit mit Quechua so mag. Man kann seine eigenen Ideen einbringen  und wird ernst genommen – egal welche Position man im Unternehmen hat . So kann jeder an der Entwicklung des perfekten Zeltes teilnehmen!
Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt eure erste oder nächste Bergbesteigung zu starten, schaut euch doch mal auf der Seite unserer Passion Brand Quechua um.

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